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Die Kunst der Konzentration
Von Antje Heimsoeth


Lucas ist ein junger vielversprechender Profi-Golfer, der bereits junger Weltmeister geworden ist. Doch Lucas lässt sich leicht aus dem Konzept bringen, wenn er Flightpartner hat, die ihn nerven, der Flight vor ihm zu langsam spielt oder der Flight hinter ihm drängelt. Wenn Lucas ein Par spielt und der Flightpartner einen Birdie, lässt er sich in eine Matchplay-Situation hineinziehen und spielt gegen seinen Mitspieler und Gegner - statt in Ruhe und auf sich fokussiert die Runde erfolgreich zu Ende zu bringen. Dieses Phänomen kennen viele Golfspieler. Doch wie bekommt man es in den Griff?

Um innere Störfaktoren wie negative Emotionen, Nervosität, Selbstzweifel oder körperliche Anspannung und äußere Einflüsse wie Geräusche (ein Golfbag fällt um, ein Traktor fährt vorbei, Gluggeräusche etc.), Gespräche von Golfspielern oder Publikum zu kontrollieren, ist es wichtig, den Fokus – trotz Störungen - auf das, was Sie gerade tun, zu richten.

Im Hier und Jetzt sein

Denken Sie in der Gegenwart. Spielen Sie im Hier und Jetzt, nicht in der Vergangenheit oder Zukunft. Wenn Sie einem verlorenen Ball nachtrauern, über „was passiert, wenn“ grübeln, an den möglichen Score oder die Leute hinter Ihnen denken, können Sie Ihre Konzentration, wie im Fall Lucas, verlieren. Sie laufen Gefahr, Potenziale zu blockieren, Fehler zu machen, im Turnier abzufallen und Schläge zu verlieren. Wenn Sie Angst haben, sind Sie gedanklich in der Zukunft oder Sie befürchten, dass Ihre Vergangenheit wieder zur Gegenwart werden könnte.
Pia Nilsson, Mental Coach der berühmten Annika Sorenstam, bringt es auf den Punkt: „Bad swings lead to bad shots, but it’s often bad thoughts that lead to bad swings.“

So steigern Sie Ihre Konzentration

„Wenn ich trainiere, versuche ich auch immer meine Konzentrationsfähigkeit zu verbessern. Ich schlage niemals einen Ball einfach nur so. Ich entscheide vorher, wie ich ihn schlagen will und wo er landen soll.“ (Ben Hogan)

Die Kunst des Visualisierens, also des bildhaften Vorstellens, ist eine der wirksamsten mentalen Trainingsstrategien. So wie Sie sich den richtigen Landeort für Ihren Ball vor Ihrem geistigen Auge vorstellen können, lassen sich auch visuelle Abschottungshilfen gegenüber äußeren Störungen visualisieren. Begeben Sie sich beim Schlagen oder Putten unter eine gläserne Kapsel oder in einen Tunnel. Dieser Schutzraum hält alles ab, was nicht an Sie heran soll. Gegen Lärm, Stimmen und Geräusche können Sie sich auch imaginäre Kopfhörer, „Micky Mäuse“ oder einen Motorradhelm aufsetzen.

Trainieren Sie Ihre Konzentrationsfähigkeit, indem Sie sich zum Beispiel einen Golfball vor sich hinlegen und ihren Blick auf diesen Ball richten. Nehmen Sie Ihr Umfeld nur verschwommen wahr (Ausblenden von Störungen von außen). Ihre Gedanken sind ausschließlich auf den Golfball gerichtet. Fangen Sie mit 60 Sekunden an und steigern die Länge der Übung langsam bis fünf Minuten und länger. Am Anfang ist das gar nicht so einfach. Wichtig bei der Übung ist, dass Sie versuchen, gedanklich nicht abzuschweifen. Sobald die Augen abschweifen oder störende Gedanken auftreten, brechen Sie die Übung ab. Sollte es Ihnen nicht so recht gelingen wollen, verurteilen Sie sich nicht dafür, sondern üben Sie weiter.

Die Konzentration über die gesamte Spieldauer von etwa vier Stunden und mehr aufrecht zu erhalten, ist unmöglich. Der Versuch, sich über die gesamte Runde zu konzentrieren, kann zu einer mentalen Überforderung führen. Wichtig ist deshalb, sich zwischen den Schlägen zu entspannen. Lassen Sie den Blick über die Landschaft wandern und/oder plaudern Sie mit dem Caddy oder Flightpartner.

Aufmerksamkeit weg vom letzten Schlag
Während Sie zum nächsten Ball gehen, geben Sie sich keine „tu dies“-, „tu jenes“-, „du musst“-Anweisungen und korrigieren sich, sondern Sie beschreiben über alle Sinne (Sehen, Hören, Tasten, Riechen, Schmecken) einen Golfball in Ihrer Hand oder die Fahne, auf die Sie zumarschieren, im Wechsel mit der Betrachtung der Natur. Dazwischen schätzen Sie Ihre Gesamtbefindlichkeit auf einer Skala von Null bis Zehn ein und lenken Ihre Aufmerksamkeit auf Ihre Fußsohlen. Bleiben Sie bei all dem körperlich locker. So üben Sie sich im Hin- und Herschalten Ihrer Aufmerksamkeit, sind aber mit Ihrer Konzentration nicht beim letzten Schlag. Ihr Kopf wird so frei für den nächsten Schlag.

Nutzen Sie Ihren inneren Dialog
Überlegen Sie sich positive, aufmunternde, realistische (!) und kurze Sätze, die sich auf Ihre Golfaufgaben beziehen, z.B. „Locker durchschwingen!“, „Tief atmen“ oder „Zieh durch!“. Für die Aufrechterhaltung der Konzentration kann schon ein Signalwort wie „Fokus“ genügen.
Statt Sätze können es auch Bilder und Symbole sein, die Sie positiv einstellen.
Sie können sich auch eine externe mobile Erinnerungshilfe ausdenken, um sich gezielt konzentrieren zu können. Sie können dazu Symbole wie zum Beispiel einen Smiley oder das Powerbalance Armband, und Bilder, die Sie auf eine Plakette kleben und an ihren Golfbag hängen, verwenden oder Wörter / Sätze auf Ihren Handschuh oder Ihre Hand schreiben. Dieser Anker erinnert Sie daran, sich immer wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren.
Üben Sie die Konzentration mittels Selbstinstruktion bzw. Signalwort im Training, bevor Sie es dann auch im Turnier anwenden als festen Bestandteil Ihrer Pre-Shot-Routine.


Ich wünsche Ihnen ein entspanntes und freudvolles Spiel!
© Antje Heimsoeth

Wenn Sie mir Ihre Erfahrungen berichten möchten, schreiben Sie mir an info@antje-heimsoeth.de.


Mehr Info unter:
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